Quartärgeologische Verhältnisse in Barleben

 

Das Abbaufeld Barleben ist Teil eines großen Kiessandverbreitungsgebietes mit einem in weiten Teilen einheitlichen Rohstoffkörper nördlich Magdeburgs. Die einzelnen Sedimentationsrhythmen sind vom Hangenden zum Liegenden dem Holozän und dem fluviatilen Weichsel sowie in den basalen Bereichen dem glazifluviatilen Saale I zuzuordnen. Die weichselkaltzeitlichen Niederterrassensedimente enthalten frühdrenthestadiale und in den unteren Sedimentbereichen spätwarthezeitliche Umlagerungsprodukte mit evtl. älteren Resten (auch tertiärer Magdeburger Grünsand und Septarienton). Die Lagerungsverhältnisse der Kiessandfolgen sind in diesem Sedimentationsraum mit 4 Sedimentationsrhythmen im Allgemeinen relativ einfach und unkompliziert.


In einem frühsaalezeitlich angelegten aufgeschotterten und wieder ausgeräumten Flusslauf (von SE nach NW verlaufend) wurden durch den Wechsel von Akkumulation und Erosion die für Flusssedimente typisch gelagerten Schottermassen sedimentiert, die ihren Abschluss mit den echten Auebildungen (feinklastisch bis pelitisch) der heutigen Elbe fanden.


Im Magdeburger Raum sind die höchstwertigen Kiessand-Lagerstätten im nördlichen Sachsen-Anhalt zu finden. Der abgebaute Lagerstättenbereich weist über weite Teile einen einheitlichen Aufbau auf. Dieser sieht wie folgt aus: Die Abraummächtigkeiten der holozänen überwiegend dunkelbraunen feinsandigen bis schluffigen Auesedimente liegen bei durchschnittlich etwa 1 m, davon etwa 1/3 Mutterboden. Die nutzbaren fluviatilen bis glazifluviatilen Kiessande weisen Mächtigkeiten bis maximal 25 m auf. Der Anteil der Kiese liegt für den Magdeburger Raum im typischen Bereich bei leicht unter 1 Drittel. Im Magdeburger Raum sind die höchstwertigen Kiessand-Lagerstätten im nördlichen Sachsen-Anhalt zu finden. Das Liegende der Kiessandrohstoffkörpers wird von den oligozänen Septarientonen (Rupel I – IV) gebildet. Den tieferen Untergrund bilden hier die Grauwacken und Tonschiefer der Magdeburg-Formation der Flechtingen-Roßlau-Scholle.

Geologische Verhältnisse im Raum Barby/Calbe

 

Bei den Kiessandlagerstätten der Unteren Saalemündung handelt es sich um einen relativ einfach und homogen aufgebauten Rohstoffkörper. Er zeichnet sich durch eine hohe Reinheit mit nur lokal eng begrenzten, geringen Verunreinigungen aus. Der hohe Kiesanteil der Lagerstätten ist für Sachsen-Anhalt gesehen, praktisch einzigartig und stellt damit das hochwertigste Kiesabbaugebiet des Bundeslandes dar.

Der Rohstoffkörper ist an die oberflächennahen fluviatilen und glazifluviatilen Lockergesteinssedimente der Saaleniederung gebunden und hat vom Hangenden zum Liegenden folgenden Schichtenaufbau:

 

ABRAUM

• holozäne Auesedimente (hell- bis dunkelbrauner Auelehm, feinsandiger, toniger Schluff) mit relativ stark schwankenden Mächtigkeiten von einigen Dezimetern bis mehr als 2 m, davon im Hangenden als Mutterboden mit einer Mächtigkeit von ca. 0,3 m ausgebildet

• lokal unterlagert von schwarz- bis blaugrauen, z.T. stark humosen Feinsand- bis Schluffhorizont

 

NUTZBARES

• holozäne bis weichseleiszeitliche und spätsaalekaltzeitliche fluviatile bis glazifluviatile Kiessande (Niederterrasse) mit Mächtigkeiten von mindestens 6 m bis maximal 13 m

• petrographisch als Grobsand bis Mittelkies (z. T. grobkiesig) mit geringmächigen Fein- bis Mittelsandlinsen ausgebildet